Bund-Länder-Ausschuss Fraunhofer ebnet dem früheren Institut für Mikrotechnik Mainz den Weg zum eigenständigen Institut der Fraunhofer-Gesellschaft.

10.11.2017

Elsner, Wolf, Maskos, Klingner
© Foto Fraunhofer ICT-IMM

Prof. Dr. Peter Elsner​, Prof. Dr. Konrad Wolf, Prof. Dr. Michael Maskos und Dr. Raoul Klingner (v.l.n.r.)

Das ehemalige Institut für Mikrotechnik Mainz GmbH wurde im Zuge seiner Integration in die Fraunhofer-Gesellschaft 2014 zunächst dem Fraunhofer- Institut für Chemische Technologien ICT als Institutsteil angegliedert. Die Entscheidung darüber, ob das Fraunhofer ICT-IMM als eigenständiges Institut in die Gesellschaft übernommen wird, wurde heute bei der Tagung des Bund- Länder-Ausschusses Fraunhofer verkündet. Nun ist es offiziell: Ab dem 1. Januar 2018 firmiert das Institut als Fraunhofer Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme IMM und ist somit das erste Fraunhofer - Institut am Standort Mainz.

2013, als das Land Rheinland-Pfalz und die Fraunhofer-Gesellschaft die Integration des 1990 gegründeten Instituts beschlossen, zielte man auf einen noch intensiveren Technologieaustausch, eine Vielzahl neuer Kooperationsmöglichkeiten sowie auf Modernisierung und Ausbau der Forschungsinfrastruktur. Somit standen die Zeichen auf Wachstum, gleichzeitig konnten hochqualifizierte Arbeitsplätze langfristig gesichert werden. Heute, vier Jahre später, ist der Erfolg greifbar. Die langjährige Kooperation, die bereits zwischen dem ehemaligen Institut für Mikrotechnik Mainz und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz bestanden hat, wurde durch die Gründung des »Center for Applied Fluidics and Engineering« (CAFE) weiter verstärkt. Zudem hat das Fraunhofer ICT-IMM seine Kompetenzen in zwei neue Bereiche (Energie- und Chemietechnik sowie Analysesysteme und Sensorik) gebündelt und wird damit für seine Kunden noch attraktiver. Ein 2017 begonnener Erweiterungsbau wird dem zukünftigen Fraunhofer IMM erlauben, sein Kompetenzportfolio weiter auszubauen.

Bezüglich seiner dauerhaften Zugehörigkeit zur Fraunhofer-Gesellschaft hat das Institut im Mai 2017 eine wichtige Hürde genommen, indem es sich bei der Evaluierung exzellent präsentiert hat. »Aus Sicht des Landes hat das Fraunhofer ICT-IMM in den letzten Jahren einen ausgezeichneten Job gemacht«, lobt Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. Auf die Unterstützung des Landes konnte und kann das Fraunhofer ICT-IMM weiter bauen. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist ein wichtiger Partner in der rheinland-pfälzischen Forschungslandschaft und das Land setzt auf die langjährig erprobte Kooperation mit Fraunhofer.

»Wir haben während der zwei Evaluierungstage einen guten Überblick über unser Institut und unsere Forschungshighlights geben können«, ergänzt Prof. Dr. Michael Maskos, Direktor des Fraunhofer ICT-IMM. Die Gutachter zeigten sich beeindruckt von der tiefgehenden Expertise und der interdisziplinären Zusammenarbeit unter den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die in der Projektarbeit zu innovativen Ergebnissen führen. So beschäftigt sich zum Beispiel ein Team mit der Herausforderung, Passagierflugzeuge mit zusätzlicher Energie zu versorgen, damit die Flugzeugküchen von der Stromerzeugung durch die Turbinen entkoppelt werden können. Da den Fluggästen immer mehr Komfort geboten wird und der Stromverbrauch somit immer mehr steigt, sind hier in Zukunft clevere Lösungen von hoher Wichtigkeit. Ein anderes Team arbeitet im Zuge der Krebsforschung an einem System, welches zirkulierende Tumorzellen in menschlichem Blut detektiert, isoliert und anschließend für die genomische Einzelzelluntersuchung zur Verfügung stellt. So können Ärzte in Zukunft auf jeden Patienten individuell eingehen und die Behandlung entsprechend anpassen.

»Das Fraunhofer ICT-IMM hat sich wissenschaftliche und technologisch-methodische Alleinstellungsmerkmale erarbeitet, die in den letzten Jahren wachsende Umsätze mit Unternehmen ermöglicht und damit Marktrelevanz bewiesen haben. Auch die Integration der Mainzer Kolleginnen und Kollegen in das Netzwerk der 69 etablierten Fraunhofer-Einrichtungen ist hervorragend gelungen. Wir erkennen darin eindeutig eine Bereicherung des Fraunhofer-Portfolios«, sagt Fraunhofer-Präsident Prof. Dr. Reimund Neugebauer.

»An solchen Beispielen kann man hervorragend sehen, dass sich die Investitionen der Vergangenheit mehr als gelohnt haben. Mit dem Fraunhofer IMM ist die Fraunhofer- Gesellschaft nun auch als Marke am Standort Mainz verankert. Wir sind stolz darauf, das künftige Fraunhofer IMM auf seinem Weg zu einem eigenständigen Fraunhofer- Institut begleitet zu haben«, resümiert Minister Wolf.